FRÜHER WAR ALLES LEICHTER ODER HABE ICH MICH NUR MEHR GESPÜRT?
- Kham Klameth
Über Funktionieren, Dauerstress und die leise Sehnsucht, sich wieder lebendig zu fühlen
Vielleicht läuft dein Leben von aussen betrachtet ganz okay. Du stehst auf. Du gehst zur Arbeit. Du kümmerst dich. Du erledigst, was erledigt werden muss. Du bist verlässlich. Anpassungsfähig. Stark.
Und trotzdem ist da dieses Gefühl, das sich kaum greifen lässt. Keine akute Krise. Kein Drama. Eher eine innere ABWESENHEIT.
Du bist da. Aber irgendwie auch nicht.
Viele nennen das LEERE.
Aber vielleicht ist es gar keine Leere.
Vielleicht ist es etwas anderes.
Wann hast du zuletzt innegehalten und gemerkt, dass du eigentlich nur noch FUNKTIONIERST?
Wir leben in einer Zeit, in der Funktionieren als Normalzustand gilt. Nicht als Ausnahme, sondern als Erwartung.
Du sollst mitziehen. Leisten. Stabil bleiben. Auch dann, wenn es innen eng wird.
Und ja. Wir alle haben einen Alltag. Verantwortung. Arbeit. Verpflichtungen.
Niemand kann einfach nicht mehr auftauchen.
Aber genau hier liegt ein Denkfehler, der viele innerlich müde macht.
Selbstfürsorge heisst nicht, alles stehen und liegen zu lassen.
Und sie hat nichts mit Selbstoptimierung zu tun.
Es geht nicht darum, mehr zu tun. Sondern ANDERS mit dir umzugehen.
Viele glauben, sie müssten noch etwas zusätzlich machen, um sich wieder zu spüren. Mehr Routinen, mehr Disziplin, mehr Tools.
Doch genau das hält sie im selben Muster.
Die eigentliche Frage ist nicht.
Wie werde ich eine bessere Version von mir?
Sondern.
Wo gehe ich ständig über mich hinweg. Ohne es zu merken?
Was wäre, wenn das, was du Leere nennst, kein Mangel ist. Sondern ein HINWEIS?
Ein Zeichen dafür, dass dein SYSTEM zu lange durchgehalten hat?
Vielleicht zeigt sich dieses Gefühl, weil:
🌱 Dein Nervensystem nie wirklich zur Ruhe kommt
🌱 Pausen nur noch funktional sind
🌱 Du ständig innerlich auf Empfang bist
🌱 Du dich selbst vor allem als Rolle erlebst
Nicht, weil du kaputt bist. Sondern weil du zu lange im DAUERALARM warst und es vielleicht noch bist.
DAUERSTRESS ist heute normal. ERHOLUNG nicht mehr.
Was wir heute «normal» nennen, wäre vor ein paar Generationen als krankhaft erklärt worden.
Dauerstress. Innere Unruhe. Ein Körper, der nie ganz abschaltet, nicht mal im Schlaf.
Wenn wir keinen Stress haben, fühlt sich das fast schon falsch an. Leer. Ungewohnt.
Und dann füllen wir dieses Loch sofort.
⚡️ Mit dem Handy.
⚡️ Mit Ablenkung.
⚡️ Mit Beschäftigung.
Wir wissen kaum noch, was Langeweile ist. Und wenn sie auftaucht, wird sie sofort überdeckt. Und das fängt heute schon sehr früh an, denn auch Kinder halten Langeweile gar nicht mehr aus.
Vielleicht spürst du genau deshalb irgendwann diesen Satz in dir:
So wie bisher geht es nicht mehr. Nicht aus Drama. Sondern aus REIFE.
Oder vielleicht spürst du ihn gar nicht bewusst. Aber dein KÖRPER zeigt es dir jeden Tag.
Denn ganz ehrlich.
Es ist nicht normal, dass wir nie wirklich ERHOLT sind.
Nicht einmal, wenn wir krank sind.
Wir nehmen etwas gegen die Symptome. Und machen weiter, als wäre es nichts.
Ich war keine Ausnahme. Aber heute weiss ich. Mein Körper kann sich solche Ausrutscher nicht mehr leisten. Und ich auch nicht.
Nicht, weil ich schwach geworden bin. Sondern weil ich feiner geworden bin. Beziehungsweise zurück zu mir gekommen bin.
Was würde sich verändern, wenn du nicht erst reagieren würdest, wenn dein Körper laut wird?
Wenn du früher hinhörst. Solange noch etwas leise spricht?
Und warum sich der JAHRESBEGINN für viele falsch anfühlt
Für mich persönlich hat sich der Jahresbeginn im Januar nie wirklich stimmig angefühlt. Mitten im Winter, wenn alles nach innen geht, wenn der Körper langsamer wird, sollen wir neu starten, performen, vorwärtsdrängen.
Das war nicht falsch.
Aber es war nicht zyklisch.
In vielen Kulturen beginnt das neue Jahr nicht im tiefsten Winter,
sondern mit dem Licht, mit einer spürbaren Veränderung in der Natur.
Auch in Teilen Asiens orientiert sich der Jahreswechsel bis heute
am Mondkalender, an Jahreszeiten oder am Übergang in den Frühling.
Nicht am Kalenderblatt.
Sondern am Rhythmus des Lebens.
Vielleicht spürst du diese Diskrepanz auch.
Zwischen dem äusseren Anspruch auf Neustart
und deinem inneren Bedürfnis nach Ruhe, Integration, Stillwerden.
Warte nicht, bis es kein Zurück mehr gibt.
Der Körper trägt uns lange. Er kompensiert. Passt sich an. Macht möglich. Und das tagtäglich.
Aber auch er hat eine Grenze. So wie dein Geist. So wie dein Nervensystem.
Das Gefährliche ist nicht Erschöpfung.
Das Gefährliche ist, dass wir erst reagieren, wenn es prekär wird.
Wenn nichts mehr geht. Wenn Angst übernimmt. Wenn der Körper nicht mehr verhandelt, sondern nur noch schützt.
Dann schaltet dein System nicht gegen dich. Es schaltet auf ÜBERLEBEN.
Flucht. Kampf. Erstarren.
Nicht, weil du versagt hast. Sondern weil dein System alles tut, um dich zu retten.
Und dann wird es verdammt hart.
Weil es nicht mehr um kleine Anpassungen geht, sondern um STABILISIERUNG.
Warum wir alles, was uns trägt, vorher lernen müssen
Alles, was uns wirklich hilft, muss trainiert werden, bevor der Notruf kommt.
Niemand lernt Regulation mitten in der Panik.
Niemand lernt Selbstfürsorge im Zusammenbruch.
Wenn eine Krankheit kommt oder ein innerer Stillstand, geht es nicht mehr ums Lernen. Sondern ums nackte Überleben.
✨ Pausen wahrnehmen.
✨ Grenzen spüren.
✨ Signale ernst nehmen.
✨ Zur Ruhe kommen.
Das sind Fähigkeiten. Und Fähigkeiten entstehen im Alltag und nicht im Ausnahmezustand.
Und manchmal ist es keine Krankheit.
Manchmal ist es eine Nachricht.
Ein Anruf.
Ein Satz.
Jobverlust.
Trennung.
Geldsorgen.
Oder ein geliebter Mensch stirbt.
Dinge, an die wir nie gedacht hätten.
Und die unser Leben aus den Angeln heben.
Von solchen Krisen bleibt niemand verschont. Jeder Mensch erlebt Momente,
die das Innerste erschüttern.
Ich bin ein grosser Fan von Prophylaxe. Nicht im Sinne von Kontrolle.
Sondern von innerer Vorbereitung.
Denn wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, greifen wir auf das zurück,
was wir geübt haben.
Wenn dein System gelernt hat, alles allein zu tragen, dann macht es das auch in der Krise.
Wenn dein System gelernt hat, innezuhalten und Unterstützung zuzulassen,
dann hast du Spielraum. Auch wenn etwas wegbricht.
Was das alles mit deinem NERVENSYSTEM zu tun hat
Dein Nervensystem entscheidet, ob du dich sicher fühlst oder ständig angespannt bist.
Funktionieren heisst oft.
Ein System im DAUERALARM.
Dann fühlt sich Ruhe fremd an. Nähe überfordernd. Leere bedrohlich.
Nicht, weil etwas fehlt. Sondern weil dein Nervensystem nie ganz ankommt.
Selbstfürsorge ist deshalb keine Wellness. Sie ist NERVENSYSTEMARBEIT.
Und Reife zeigt sich nicht darin, wie viel du aushältst.
Sondern darin, wie früh du reagierst. Bevor dein System in den Notmodus muss.
Und zum Ende
Ist vielleicht das, was du als Leere erlebst, kein Mangel, kein Leck oder ein Problem.
Vielleicht ist es ein ZEICHEN. Ein leiser Hinweis, dass etwas gehört werden will.
Vielleicht ist die eigentliche Frage nicht, wie du wieder mehr leisten kannst.
Sondern.
Wie möchtest du dich in deinem Leben wieder fühlen?
Kein Neuanfang.
Kein Reset.
Sondern ein WIEDERANKOMMEN.
🌳 Zurück. Zu. Dir.
Still with you.💜
deine Kham
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Disclaimer:
Dieser Text mag nicht perfekt sein, und das ist in Ordnung. Was zählt, ist die Botschaft, die ich aus tiefstem Herzen mit dir teilen möchte. Lass dich von meinen Worten inspirieren und ermutigen auf deinem eigenen Weg.