DU MUSST NICHT JEDE VERSION VON DIR BEHALTEN

Du musst nicht jede Version von dir behalten.

Bei uns im Flur steht ein Foto.

Meine beiden Schwestern und ich. Jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe, bleibe ich für einen kurzen Moment hängen.

Du weisst, was du tun sollst aber weisst du, wer du bist?

Aber je älter ich werde, desto mehr glaube ich, dass die meisten Menschen zwar wissen, was sie tun, was sie sollten und was von ihnen erwartet wird aber erstaunlich wenig darüber wissen, wer sie eigentlich wirklich sind.

Ich glaube, das ist eine der grössten Tragödien überhaupt.

Dass ein Mensch ein ganzes Leben leben kann, ohne sich selbst jemals wirklich kennengelernt zu haben.

Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag.

An das Kleid, das ich getragen habe.

An unser Lachen.

Daran, wie jung wir waren.

Wie viele Träume wir hatten.

Wie sich die Welt grenzenlos angefühlt hat.

Heute hat dieses Foto eine ganz andere Bedeutung.

Denn meine jüngste Schwester lebt nicht mehr.

Und jedes Mal, wenn ich dieses Bild anschaue, schaue ich auch mich selbst an.

Diese junge Frau.

Mit einem gesunden Körper, der kaum Spuren vom Leben trug.

Ein paar aufgeschürfte Knie aus der Kindheit.

Mehr nicht.

Operationen.

Krankenhäuser.

Vollnarkosen.

Das gehörte damals nicht zu meinem Leben.

Chemotherapien existierten nicht einmal in meinem Wortschatz.

Und weisst du, was mich jedes Mal berührt?

Damals habe ich mich nie schön genug gefühlt.

Ich entsprach überhaupt nicht dem damaligen Schönheitsideal.

Nie schlank genug.

Nie gut genug.

Warum warst du nur so streng mit dir?

Warum wir unser früheres Ich oft falsch sehen

Das Verrückte daran?

Heute trägt mein Körper Spuren.

Er ist gezeichnet vom Leben.

Zwei Schwangerschaften, bei denen ich jedes Mal 25 Kilo zugenommen habe.

Kein einziges davon würde ich zurückhaben wollen.

Denn Mutter zu werden, ist für mich bis heute ein kleines Wunder.

In den letzten sechs Jahren hatte ich mehr Operationen als in meinem gesamten Leben davor.

Chemotherapien gehören heute zu meinem Alltag.

Narben haben sich in meinen Körper und in meine Seele geschrieben.

Und trotzdem fühle ich mich heute wohler.

Ich bin zufriedener.

Und an manchen Tagen liebe ich meinen Körper sogar bedingungslos.

Ja.

Ich finde ihn heute schöner als damals.

Nicht, weil sich mein Körper nicht verändert hätte.

Das hat er.

Sondern weil sich mein Blick auf ihn verändert hat.

Früher habe ich meinen Körper bewertet.

Ich habe an ihm herumgenörgelt.

Heute bin ich ihm unendlich dankbar.

Er hat mir zwei wundervolle, gesunde Mädchen geschenkt.

Er hat Operationen überstanden.

Er trägt mich bis heute durch mein Leben.

Früher dachte ich, Schönheit hätte etwas mit Perfektion zu tun.

Heute weiss ich:

Schönheit beginnt in dem Moment, in dem wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen.

Was sich verändert, wenn du deinen Körper nicht mehr bewertest

Deshalb glaube ich, dass wir nicht jede Version von uns behalten müssen.

Die junge Frau auf diesem Foto hat ihr Bestes gegeben.

Mit dem Wissen, das sie damals hatte.

Mit den Erfahrungen, die sie damals gemacht hat.

Ich bin ihr nicht böse.

Im Gegenteil.

Ich würde sie heute am liebsten in den Arm nehmen und ihr sagen:

„Du musst niemand anderes werden, um wertvoll zu sein.“

„Du bist es längst.“

Und jetzt denke ich an dich.

Gibt es auch ein Foto, an dem du immer wieder hängen bleibst?

Ein Foto, auf das du heute schaust und denkst:

„Warum habe ich damals nicht gesehen, was ich heute sehe?“

Wir sind oft viel strenger mit uns selbst, als wir es jemals mit einem Menschen wären, den wir lieben.

Während wir darauf warten, irgendwann gut genug, schön genug oder angekommen zu sein, zieht das Leben weiter.

Unser Körper verändert sich.

Unser Gesicht verändert sich.

Unsere Geschichte verändert sich.

Und irgendwann schauen wir zurück und erkennen, wie viel Schönheit wir übersehen haben.

 

Du musst nicht die Frau bleiben, die du einmal warst

Ich wünsche mir, dass wir nicht erst in zehn oder zwanzig Jahren erkennen, wie wertvoll wir heute sind.

Sondern heute damit beginnen.

Mit diesem Körper.

Er ist vielleicht weit entfernt von perfekt.

Und trotzdem arbeitet er seit dem Tag deiner Geburt ohne Pause für dich.

Mit diesem Lächeln.

Es muss nicht makellos sein, um echt zu sein.

Mit diesen Narben.

Sie erzählen nicht, was dir genommen wurde.

Sie erzählen, was du getragen, überstanden und weitergelebt hast.

Mit genau diesem Leben.

Es ist vielleicht anders verlaufen, als du es dir einmal vorgestellt hast.

Und trotzdem ist es deins.

Einzigartig.

Echt.

Wertvoll.

Denn dieses Leben findet genau jetzt statt.

Und genau deshalb musst du nicht jede Version von dir behalten.

Du musst nicht länger die Frau sein, die sich klein macht.

Die sich vergleicht.

Die sich jeden Tag selbst infrage stellt.

Du darfst die Version von dir loslassen, die gelernt hat, sich ständig zu kritisieren.

Die Version, die dachte, sie müsse erst besser werden, bevor sie sich selbst lieben darf.

Die Version, die immer noch wartet.

Worauf eigentlich?

Auf den perfekten Körper?

Auf den richtigen Moment?

Auf ein Leben, das endlich passt?

Dieses Leben passiert jetzt.

Und du bist mittendrin.

Mit allem, was du bist.

Mit allem, was du erlebt hast.

Mit allem, was dich geprägt hat.

Und genau deshalb darfst du heute stehen bleiben.

Durchatmen.

Und der Frau begegnen, die dich im Spiegel anschaut.

Nicht mit Kritik.

Nicht mit Zweifel.

Sondern mit Respekt.

Mit Mitgefühl.

Mit Liebe.

Denn sie ist längst viel schöner, als sie selbst glaubt.

Lass uns interagieren!

Ich lade dich von Herzen ein, aktiv teilzunehmen. Deine Fragen und Anregungen sind mir unglaublich wichtig, denn gemeinsam können wir diese Reise gestalten. Was interessiert dich? Welche Themen bewegen dich? Welche Herausforderungen erlebst du in deinem Leben, und wie wünschst du dir mehr innere Stärke? Deine Gedanken können uns leiten und inspirieren.

Disclaimer:

Dieser Text mag nicht perfekt sein, und das ist in Ordnung. Was zählt, ist die Botschaft, die ich aus tiefstem Herzen mit dir teilen möchte. Lass dich von meinen Worten inspirieren und ermutigen auf deinem eigenen Weg.

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