WARUM SICH HEILUNG AM ANFANG OFT FALSCH ANFÜHLT

Am Anfang fühlt sich Veränderung oft unglaublich gut an.

Du hast plötzlich Motivation, Energie ohne Ende und ungebrochene Hoffnung.

Vielleicht sogar dieses Gefühl von: „Yes. Jetzt wird alles anders. Diesmal schaffe ich es. Es fühlt sich anders an.“

Egal ob du etwas Neues beginnst. Eine neue Sportart. Ein Projekt. Eine Weiterbildung. Eine neue Sprache. Ein Business. Oder ob du endlich anfängst, dich selbst und deine Muster wirklich ehrlich anzuschauen.

Da ist zuerst oft Begeisterung. Fast so ein Rauschgefühl.

Dieses: Jetzt beginnt ein neues Kapitel. Jetzt wird alles anders. Jetzt habe ich es verstanden. Jetzt komme ich endlich dort an, wo ich schon so lange hin will.

Was die Welt zeigt und was sie verschweigt

Und genau dort zeigt uns die Welt da draussen meistens nur das fertige Ergebnis.

Den trainierten Körper. Die glückliche Beziehung. Das erfolgreiche Business. Den Menschen, der strahlt und scheinbar komplett bei sich angekommen ist.

Aber über diese vielen Stunden, Monate oder sogar Jahre dazwischen spricht fast niemand.

Über die Abende, an denen du alleine zuhause sitzt und plötzlich merkst, wie anstrengend Veränderung eigentlich wirklich ist.

Nicht die grossen Katastrophen.

Diese kleinen unscheinbaren Dinge, die für andere und vor allem für dich nach absolut nichts aussehen und in dir trotzdem etwas auslösen, das dich komplett aus der Bahn werfen kann.

Jemand schaut dich schief an und plötzlich denkst du den ganzen Tag darüber nach.

Eine Nachricht klingt anders als sonst und obwohl wahrscheinlich gar nichts Dramatisches passiert ist, verändert sich deine Stimmung komplett.

Eine Einladung wird abgesagt und nach aussen sagst du: „Kein Problem“

Aber innerlich fühlt es sich plötzlich an, als hätte dich jemand ein kleines Stück weggeschoben.

Und oft merkst du gar nicht bewusst, dass dein Körper längst reagiert hat.

Du wirst stiller. Nicht diese schöne ruhige Stille. Mehr so eine innere Unsicherheit. Als würde plötzlich alles in dir enger werden.

Und irgendwann kreisen deine Gedanken nur noch um diese eine Situation.

Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht. Vielleicht war ich wieder zu viel. Vielleicht mögen sie mich gar nicht wirklich.

Und obwohl eigentlich gar nichts Schlimmes passiert ist, fühlt sich innerlich plötzlich alles schwerer an.

Wenn du dir vornimmst, alles anders zu machen

Oder du nimmst dir vor, endlich besser auf dich zu achten.

Gesünder zu essen. Mehr zu schlafen. Weniger am Handy zu sein. Dir selbst wichtiger zu werden. Nicht immer nur für alle anderen zu funktionieren.

Und dann kommt ein stressiger Tag.

Du stehst morgens schon müde auf, greifst direkt zum Handy oder brauchst sofort Kaffee, Red Bull oder deine Zigarette und obwohl du genau weisst, dass du eigentlich anders starten wolltest, machst du wieder genau das Gleiche wie gestern.

Und ehe du dich versiehst, ist wieder Abend und du denkst: „Jetzt bringt es doch eh nichts mehr.“

Und wenn wir ganz ehrlich sind, kennen wir das alle.

Heute nicht. Morgen nicht. Nächste Woche nicht.

Und irgendwann erzählen wir uns selber: „War wohl doch nicht so wichtig.“

Nicht weil du dumm bist. Nicht weil du undiszipliniert bist.

Sondern weil Veränderung viel tiefer geht, als die meisten denken.

Denn oft kämpfen wir gar nicht gegen das Ziel selbst.

Wir kämpfen gegen dieses unangenehme Gefühl, plötzlich anders zu sein als die Version von uns, die jahrelang einfach funktioniert hat.

Und genau dort beginnt es schwierig zu werden.

Wie wir wirklich mit uns selbst umgehen

Weil plötzlich sichtbar wird, wie wir wirklich mit uns selbst umgehen.

Wie schnell wir uns selber kritisieren. Wie brutal wir manchmal innerlich mit uns sprechen.

Diese Stimmen laufen oft so selbstverständlich in uns ab, dass wir gar nicht merken, wie hart sie eigentlich sind.

„Reiss dich zusammen.“ „Andere schaffen das doch auch.“ „Jetzt stell dich nicht so an.“ „Du ziehst es eh wieder nicht durch.“

Oder:

„Bah… wie siehst du denn aus.“ „Ich hasse meinen Körper.“ „Warum kriegen andere ihr Leben hin und ich nicht?“

Und irgendwann glauben wir, DAS seien wir.

Dabei haben wir vieles davon irgendwann einfach übernommen.

Von zuhause. Von der Schule. Von Beziehungen. Von Menschen, die selber nie gelernt haben, liebevoll mit sich selbst umzugehen.

Und genau deshalb fühlt sich Veränderung am Anfang oft eher wie Chaos oder manchmal sogar wie eine nie endende Achterbahn an als wie Heilung.

Weil plötzlich Dinge sichtbar werden, die wir jahrelang überspielt haben.

Du sitzt vielleicht abends zuhause und merkst, dass dich Dinge stressen, die eigentlich total klein wirken.

Der Geschirrstapel, der volle Wäschekorb und der Keller, der voll von altem Gerümpel zugestellt ist. Die unbeantworteten Nachrichten auf den verschiedenen Kanälen und dein Postfach, das überquillt. Das Handy vibriert andauernd und allein dieses Geräusch macht dich schon nervös, weil du sofort das Gefühl hast, dass irgendjemand etwas von dir will.

Oder dieser Termin nächste Woche, der dir seit Tagen auf den Magen schlägt und den du am liebsten einfach absagen würdest, obwohl du genau weisst, dass du dich nur wieder drückst.

Und gleichzeitig sitzt du da und denkst: „WTF, was stimmt eigentlich nicht mit mir? Andere schaffen ihr Leben doch auch.“

Und genau dort werden viele noch härter mit sich selbst.

Ich bin zu sensibel. Ich bin zu schwach. Ich bin zu faul. Ich bin zu undiszipliniert. Ich bin zu fett. Ich bin zu alt.

Wenn der Körper nicht mehr kann

Obwohl der Körper eigentlich längst versucht zu sagen: „Ich kann gerade einfach nicht mehr.“

Aber wir haben gelernt, darüber hinwegzugehen.

Noch schnell funktionieren. Noch dieses und jenes reinzuquetschen. Noch schnell zu antworten. Beim Essen. Vor dem Schlafen. Nach dem Schlafen. Sogar auf dem Klo.

Noch schnell durchziehen. Das ist nur eine Kleinigkeit. Das schaffe ich auch noch. Jetzt kommt es auch nicht mehr darauf an.

Und irgendwann merkst du gar nicht mehr, wie erschöpft du eigentlich wirklich bist, weil du dich so lange angepasst hast, dass du gar nicht mehr weisst, was eigentlich wirklich von dir kommt und was nur noch Funktionieren ist.

Und diese Erschöpfung kommt nicht nur von der letzten Woche, sondern von Jahren des Ignorierens der Signale, die dein Körper dir immer wieder auf irgendeine Art und Weise gezeigt hat.

So wie diese Morgen, an denen du dich schon gerädert fühlst, bevor du überhaupt die Augen richtig geöffnet hast.

Noch bevor du richtig wach bist, rasen deine Gedanken schon los wie auf einer achtspurigen Autobahn.

Du schaust auf die Uhr und obwohl es noch viel zu früh ist, fühlt sich der ganze Tag schon zu viel an, obwohl du noch nicht einmal richtig aufgestanden bist.

Und dann beginnt dieses innere Antreiben wieder.

Du musst produktiver werden, denn deine Kollegin Anna ist es. Dich besser organisieren, wie Kati, die scheinbar immer alles schafft und dabei noch perfekt gestylt aussieht. Mehr aus dir machen, wie all die erfolgreichen Frauen. Endlich disziplinierter sein, wie deine Mitstreiterinnen.

Und während du täglich versuchst weiterzumachen, merkst du vielleicht gar nicht mehr, wie angespannt dein ganzer Körper eigentlich längst ist.

Bis irgendwann irgendein kleiner Moment reicht und plötzlich laufen die Tränen oder du wirst wütend und verstehst selber nicht einmal mehr richtig warum.

Und genau dort denken viele: Jetzt wird alles schlimmer. Jetzt mache ich etwas falsch. Jetzt falle ich wieder zurück. Ich werde es nie schaffen.

Dabei beginnt oft genau dort überhaupt erst echte Veränderung.

Und die meisten geben genau dann auf.

Denn dein Körper fragt nicht zuerst: „Ist das jetzt gut für mich?“

Er schaut zuerst: „Kenne ich das?“ „Ist mir das vertraut?“ „Ist das für mich sicher?“ „Bin ich hier zuhause?“ „Ist das meine Komfortzone?“

Und genau dort sitzen so viele unserer Muster fest.

Muster, die sich dort zuhause fühlen und unserem System so vertraut sind, dass es keinen Unterschied macht, ob sie uns schaden oder uns nützen.

Viele Menschen waren so lange in Stress, Druck, Anspannung oder emotionalem Chaos, dass sich genau das irgendwann normal anfühlt.

Fast wie zuhause.

Wenn Ruhe sich plötzlich falsch anfühlt

Deshalb passiert oft etwas Seltsames, sobald plötzlich Ruhe entsteht.

Du sitzt endlich mal auf dem Sofa. Eigentlich wolltest du genau das.

Niemand will gerade etwas von dir.

Kein Antworten. Kein Funktionieren. Kein Müssen.

Und trotzdem fühlt sich dein Körper nicht ruhig an.

Du nimmst dein Handy in die Hand. Legst es weg. Öffnest irgendeine App, ohne überhaupt zu wissen warum.

Läufst nochmals in die Küche, obwohl du gar nichts brauchst.

Kontrollierst Nachrichten. Vielleicht braucht jemand dich doch.

Denkst plötzlich an Dinge, die du noch erledigen solltest.

Und irgendwann sitzt du da und merkst: Du kannst gar nicht mehr richtig still sein und innerer Frieden ist für dich zu einem Fremdwort geworden.

Und das erschreckt viele Menschen, wenn sie ehrlich hinschauen würden.

Nicht weil sie sich nicht mögen.

Sondern weil sie so lange funktioniert haben, dass sie zwar jede Rolle perfekt spielen können, aber wenn sie ehrlich wären, eingestehen müssten:

„Ich weiss gar nicht mehr, wer ich eigentlich wirklich bin. Und ich weiss gar nicht mehr, was ich wirklich mag, lieben schon gar nicht.“

Der Sommer und der Krieg gegen den eigenen Körper

Gerade jetzt wieder, wo der Sommer näher kommt, merkt man das extrem.

Für viele Frauen ist diese Zeit gar nicht schön.

Und ehrlich? Für viele Männer genauso wenig.

Überall springen dir perfekte Körper entgegen.

Auf Instagram. Auf Werbeplakaten. Im Fitnessstudio. In Zeitschriften.

Überall Tipps und Tricks, wie man noch schnell die perfekte Sommerfigur bekommt.

Jedes Jahr derselbe Wahnsinn, sobald die Badesaison in unseren Breitengraden startet.

Und obwohl fast jeder weiss, dass vieles davon bearbeitet oder komplett inszeniert ist, passiert innerlich trotzdem etwas.

Du vergleichst dich wieder. Wie wahrscheinlich schon die letzten Sommer in deinem Leben.

Du stehst vor dem Spiegel, ziehst dein Shirt zurecht, drehst dich leicht zur Seite und ziehst den Bauch ein, obwohl niemand da ist.

Und sofort beginnt dieses innere Rechnen wieder.

Wenn ich wieder mehr trainiere… Wenn ich wieder weniger esse… Wenn ich disziplinierter gewesen wäre… Wenn ich endlich wieder so aussehen würde wie früher…

Und irgendwann merken viele gar nicht mehr, wie normal dieser Krieg gegen sich selbst geworden ist.

Wie normal es geworden ist, sich jeden Tag innerlich abzuwerten, zu kritisieren und zu bemängeln.

Ich kenne das selbst zu Genüge.

Und das hat schon als Teenager angefangen, als die ersten Mädchen begonnen haben, über meinen Körper zu urteilen.

Und heute fängt dieses Bewerten und Entwerten noch viel früher an. Wer schön ist. Wer hässlich ist. Wer in irgendein Schönheitsideal passt oder eben nicht.

Ich gehörte lange zu diesen Menschen, die dachten, sie müssten gegen ihren eigenen Körper kämpfen, um endlich genug zu sein.

Und irgendwann habe ich verstanden, dass das oft gar nichts mehr mit echter Gesundheit oder echter Selbstliebe zu tun hatte.

Denn ja, natürlich ist es wichtig, den Körper zu bewegen und gesund zu halten.

Aber die eigentliche Frage ist doch:

Warum?

Machst du es aus Liebe? Oder aus Angst?

Trainierst du deinen Körper, weil du ihn ehrst? Oder weil du hoffst, endlich akzeptabel zu werden?

Denn wenn wir uns wirklich lieben würden, würden wir keinen Krieg gegen uns selbst führen.

Nicht gegen unseren Körper. Nicht gegen unsere Gefühle. Nicht gegen das, wer wir wirklich sind.

Die Rückkehr zu dir selbst

Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort.

Nicht in den grossen Entscheidungen.

Sondern in diesen kleinen Momenten, in denen du dich selber nicht sofort wieder verlässt.

Wo du dieses Ziehen im Bauch nicht sofort weg redest.

Wo du nicht automatisch Ja sagst, obwohl eigentlich alles in dir Nein meint.

Oder wo du aufhörst, dich vor dem Spiegel anzuschauen, als wärst du dein eigener Feind.

Das Kleid anziehst, das du so sehr liebst, dich aber nicht traust zu tragen, weil irgendjemand in der zehnten Klasse mal gesagt hat, dass du darin hässlich ausgesehen hast.

Oder weil Menschen heute noch gemeine Dinge über dich und deinen Körper sagen.

Und genau diese kleinen Dinge übergehen wir ständig, obwohl dort meistens alles beginnt.

Und vielleicht geht es am Ende genau darum.

Dass wir irgendwann merken, wie weit wir uns eigentlich von uns selber entfernt haben.

Und dass wir die ganze Zeit im Aussen irgendetwas gesucht haben, obwohl unser Körper die ganze Zeit versucht hat, uns zurück zu uns selbst zu bringen.

Vielleicht musst du dich heute noch gar nicht komplett lieben.

Vielleicht reicht es erstmal, aufzuhören, ständig gegen dich selbst zu kämpfen.

Dir selber die Erlaubnis zu geben, glücklich zu sein. Ruhe zu fühlen. Dich wohl zu fühlen in deinem eigenen Leben.

Nicht irgendwann. Wenn du perfekt bist. Wenn endlich alles stimmt. Wenn du aussiehst wie irgendjemand auf Instagram.

Sondern jetzt.

Mit allem, was du gerade bist.

Denn am Ende erinnern sich Menschen selten daran, wie perfekt jemand war.

Aber sie erinnern sich daran, wie echt sich jemand angefühlt hat.

Und vielleicht beginnt genau dort die Rückkehr zu dir selbst.

Lass uns interagieren!

Ich lade dich von Herzen ein, aktiv teilzunehmen. Deine Fragen und Anregungen sind mir unglaublich wichtig, denn gemeinsam können wir diese Reise gestalten. Was interessiert dich? Welche Themen bewegen dich? Welche Herausforderungen erlebst du in deinem Leben, und wie wünschst du dir mehr innere Stärke? Deine Gedanken können uns leiten und inspirieren.

Disclaimer:

Dieser Text mag nicht perfekt sein, und das ist in Ordnung. Was zählt, ist die Botschaft, die ich aus tiefstem Herzen mit dir teilen möchte. Lass dich von meinen Worten inspirieren und ermutigen auf deinem eigenen Weg.

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